Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V.
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Candlesticks: GOLD - Aufwärtstrend in Gefahr

Beitragsdatum: 
19. Jul 2010
Liebe Leserin, lieber Leser, nach dem Fehlausbruch Mitte Juni über eine Widerstandsmarke fehlte einfach die Kraft nach oben und deutliche Rücksetzer waren im bisherigen Verlauf des Juli zu verzeichnen. Zudem testete in den letzten Tagen der Goldpreis seinen seit Februar 2010 laufenden Aufwärtstrend. Die Candlesticks auf Tages- und auch Wochenbasis lassen einen Break dieses Trends annehmen mit der Folge, dass dann weiteres Verlustpotential abgeleitet werden müßte. Nur eine schnelle Erholung über ca. 1.220 USD würde die Chartsituation aufhellen, da sich in diesem positiven Szenario auch eine Ablösung vom aktuell getesteten Aufwärtstrend sich durchsetzen würde. Die weiteren Aussichten:

MonatskerzenGold :

Chart


Betrachten wir zunächst die übergeordnete Sicht - die Monatskerzen. Der Goldpreis verläuft zwar im intaktem langfristigen Aufwärtstrend, der innerhalb des sehr breiten Trendkanals bestehende Aufwärtstrendkanal seit Oktober 2008 wird aktuell jedoch getestet und es erfolgte bislang kein deutlicher Break des Tops vom Dezember 2009. Vielmehr zeigt sich aktuell ein potentieller Fehlausbruch. Der Monat Juli ist allerdings noch nicht zu Ende - und erst ein Monthly-Close unter dem Mai-Tief bei 1.158 USD würde die Chartsituation deutlicher eintrüben. Kurzfristige Verkaufssignale erhalten jedoch eine gute Aussagekraft und Longpositionen sollten nicht mehr in den Verlust laufen, da das Risiko eines Breaks des seit 10/08 laufenden Aufwärtstrend vakant ist und dann deutlich fallende Kurse offeriert. Erst ein Anstieg über das Juni-Top bei 1.268 USD würde eine Trendfortsetzung ankündigen mit der oberen Begrenzung des breiten Trendkanals als Kursziel. Was derzeit allerdings fehlt, um dieses Kursziel "mit Schlaftabletten" auszusitzen, ist die mangelnde Aufwärtsdynamik im Mai und Juni 2010, nachdem das Dezember-Hoch überschritten wurde. Auch zur Vorsicht mahnt, dass trotz der vielfachen Empfehlungen von Goldkäufen der Goldpreis nur moderat ansteigen konnte und in der ersten Juli-Hälfte Gewinnmitnahmen zu verzeichnen sind. Bestehende Longpositionen sind strikt abzusichern.

WochenkerzenGold :

Chart


Die letzten Wochen zeigen einen Fehlausbruch über das Dezemberhoch und einen evening star, ein Trendwendemuster. Damit steigt das Risiko eines Bruches des seit Anfang 2009 laufenden Aufwärtstrends an. Die letzten zwei Wochenkerzen zeigen noch einen zwar stabilen, aber doch angeschlagenen Markt an. Ein sehr kurzfristiges Richtungssignal wird bei Ausbruch aus der Range der letzten zwei Wochen generiert - nach unten jedoch mit dem Risiko eines Bruches des Aufwärtstrends und in Folge deutlicher Verluste mit Test der Unterstützung bei 1.142 USD. Nach oben hingegen scheint vorerst der Markt begrenzt zu sein, denn der evening star stellt ein markantes Widerstandsniveau dar.

Tageskerzen - Candles Gold :

Chart


Der Fehlausbruch aus einem Dreick nach oben als auch die fehlenden Anschlusskäufe nach Break des Dezemberhochs sind negativ zu interpretieren. Aktuell wird nun folgerichtig der Aufwärtstrend getestet. Ein Ausbruch aus der Range der letzten zwei Wochen würde ein kurzfristiges Richtungssignal liefern, welches insbesondere nach unten deutliches Abwärtspotential generiert. Das negative Szenario muss favorisiert werden auch aufgrund der schwarzen Tageskerze vom Freitag.

Fazit:

In der letzten Gold-Analyse vom 23.06.2010 wies ich auf die Risiken im Goldpreis hin. Vor allem die fehlenden Anschlusskäufe nach Break des Dezemberhochs mahnten zur Vorsicht. Kurzfristig hat der Goldpreis nun auch deutlicher nachgegeben und derzeit muss von weiterhin fallenden Kursen ausgegangen werden. Fallende Kurse würden jedoch die kurzfristigen Trends umkehren und weitere Stops sowie Gewinnmitnahmen auslösen. Eine zumindest kurzfristige Kettenreaktion fallender Kurse wäre die Folge. Nur eine schnelle Erholung über ca. 1.220 USD würde das negative Szenario verhindern und die Chance auf einen erneuten Test der Mai- und Juni-Hochs ankündigen.


Ihr Stefan Salomon

Anmerkung: Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen.
Autoren: 
Stefan Salomon