Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V.

DAX und Dow – Hoffnung auf Einigung in der US-Haushaltsdebatte könnte Entspannung bringen

Beitragsdatum: 
01. Aug 2011

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Die internationalen Märkte standen in der vergangenen Woche kräftig unter Druck. Die Unterstützungslinien, die noch vor einer Woche als Zielzonen für die neuerlichen Korrekturbewegungen galten, wurden zwar nicht ganz erreicht, trotzdem wurde ein Großteil des Verlustpotenzials für die vergangene Woche abgearbeitet. Die kommende Woche steht nun ganz im Zeichen des morgigen Dienstags. Spätestens an diesem Tag wird sich entscheiden, ob sich die Haushaltsdebatte lösen lässt, oder sich die Krise in den USA derart zuspitzt, dass es auf die Weltmärkte Auswirkungen hat.

Langfristchart Nasdaq Composite

Der Nasdaq-Index bewegt sich seit Jahresanfang in einem ausgeprägten Seitwärtstrend. Dabei wurde vor wenigen Wochen der langfristige Aufwärtstrend zur Seite verlassen. Auch wenn technisch betrachtet kein Druck auf den Markt gekommen ist, hat sich die Lage etwas eingetübt. Derzeit ist zwar noch nicht absehbar, dass der Seitwärtstrend nach unten verlassen wird, die Indikatoren mahnen aber zur Vorsicht. Da der Index keine neuen Hochs generiert hat, kann noch nicht von klassischen Divergenzen bei den Indikatoren gesprochen werden. Allerdings haben diese die stabile Haltung des Index nicht nachvollzogen.

Dow Jones (daily)

Der Dow Jones ist sechs Tage in Folge gefallen, was der Debatte um den US-Haushalt zugeschrieben werden muss. Aber auch die technischen Signale waren nicht zu übersehen. So scheiterte der Index an der Marke von 12.800 Punkten, was mit einer Divergenz beim Stochastik-Indikator und einem Verkaufssignal beim MACD einherging. Damit wurde auch die Chance auf ein Zurückerobern des Aufwärtstrends vertan. Aktuell hat der Index die neue Aufwärtstrendlinie fast erreicht. Diese sollte zunächst halten können. Die Hoffnung auf eine Einigung im USHaushaltsstreit dürfte eine Erholungsbewegung in Gang setzen. Ein Überspringen der jüngsten Tops sollte aber nicht erwartet werden.

Nasdaq Composite (daily)

Der ausgeprägte Seitwärtstrend beim Nasdaq-Index ist auch im Kurzfristchart deutlich zu erkennen. Die jüngste Bewegung führt wieder nach unten, nachdem die letzte Anstiegsbewegung nicht den erhofften Ausbruch aus der Range gebracht hatte. Die Indikatoren haben Verkaufssignale generiert. Die aktuelle politische Lage in den USA dürfte aber vorübergehend für etwas Entspannung sorgen, sodass ein erneuter Anstieg über die Marke von 2.800 Punkten zu erwarten ist. Ein Ausbruch nach oben ist derzeit kaum zu erwarten.

DAX (daily)

Der DAX konnte die Chance für einen Ausbruch nach oben erwartungsgemäß nicht nutzen und ist erneut in den Bereich von 7.000 Punkten zurückgefallen. Auch wenn die Indikatoren –besonders der MACD- negative Signale gesendet haben, konnte sich der deutsche Leitindex am Freitag im Handelsverlauf erholen. Zum Wochenstart ist ein Test der 7.000er-Marke kein Thema mehr, da aus Übersee bereits entlastende Signale kommen. Somit dürfte mit einem freundlichen Wochenstart im weitern Verlauf Bereich um 7.300 Punkte erneut erreicht werden. Hier wird sich entscheiden, wie nachhaltig die Bewegung ist. Die Gefahr eines Unterschreitens der Unterstützung bei 7.000 Punkten ist mittelfristig noch nicht gebannt.

Nikkei 225 (daily)

Der Nikkei bewegt sich weiterhin im Bereich der psychologischen Marke von 10.000 Punkten. Diese wurde im Rahmen der neuerlichen Schwäche in der vergangenen Woche unterboten, um heute zum Wochenstart mit den Signalen aus den USA wieder angekratzt zu werden. Die Indikatoren deuten jedoch darauf hin, dass ein nachhaltiges Übersteigen der 10.000er-Marke kaum geschafft werden dürfte. Somit ist mit einem anhaltenden Pendeln in der neuen Seitwärtsrange zu rechnen.

Euro-Bund Future (daily)

Der Bund-Future hatte durch einen starken Start in der vergangenen Woche die negativen Signale der Indikatoren negiert und ist bis an die obere Trendkanalbegrenzung herangelaufen. Hier befindet sich eine Widerstandszone, die in der anstehenden Woche kaum überwunden werden dürfte. Ein Test des Widerstandsbereichs ist zwar denkbar, anschließend sollte jedoch eine Korrekturbewegung einsetzen.

US-T-Note Future 10 Y (daily)

Der US-T-Note-Future konnte den kurzfristigen Abwärtstrend verlassen und ist an die alte Topmarke von Mitte Juni herangelaufen. Ob dieser Widerstand gebrochen werden kann, hängt im Wesentlichen davon ab, wie die Debatte um den USHaushalt beendet wird. Eine verlässliche technische Aussage ist heute daher nicht möglich, zumal auch die Indikatoren keine Hinweise auf den weiteren Verlauf geben.

EURO/USD (daily)

Der Euro ist kurzfristig aus dem Abwärtstrendkanal nach oben ausgebrochen, ohne dass Aufwärtsdynamik aufgekommen ist. Aktuell notiert er im Bereich der Trendlinie, die derzeit bei ca. 1,44 verläuft. Der Ausgang der Haushaltsdebatte in den USA wird wesentlichen Einfluss auf die USD/EUR-Parität haben. Ein neuerlicher Rückschlag des Euro in den Bereich von 1,40 sollte in der kommenden Woche nicht ausgeschlossen werden.

Autor: Christoph Geyer, CFTe, Certified Financial Technician

Herausgeber: ©2011; Herausgeber: Commerzbank Aktiengesellschaft, Kaiserplatz,

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Quellen: IDMS und Reuters

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Autoren: 
Christoph Geyer