Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V.

DAX Jahresausblick 2012

Beitragsdatum: 
02. Dez 2011

Ein turbulentes Jahr steht bevor
Der vor einem Jahr vorgestellte Ausblick für das Jahr 2011 hatte sich tendenziell bestätigt. Die Anpassung zur Jahresmitte war richtig, traf allerdings nicht den Umfang der Bewegung. Auf Basis der Zyklenanalyse ist dies auch kaum machbar. Gleichwohl ist die Richtung der Bewegung entscheidend. Diese konnte mit den bekannten Instrumenten sehr gut eingefangen werden.

Auch für das kommende Jahr bedienen wir uns der Zyklus–Analyse. Das nächste Jahr bietet hier besondere Ansatzmöglichkeiten. Dann finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Üblicherweise bewegen sich die Märkte in einem Präsidentschaftswahljahr bis etwa Ende Mai tendenziell nach unten, wobei zuvor im April ein signifikantes Top ausgebildet wurde. Im weiteren Jahresverlauf ziehen die Märkte dann tendenziell an, um auf einem Jahrestopstand zu schließen.

Eine weitere Besonderheit zeigt sich im sogenannten Dekaden-Zyklus. Seit 1903 bildete der Dow Jones in der ersten Hälfte einer 10-Jahres-Dekade ein signifikantes Tief aus. Da diese Regel in den vergangenen 100 Jahren immer zugetroffen hat, sollte auch in diesem Jahrzehnt mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden. Wann dieses Tief genau stattfindet, ist gleichwohl nicht zu definieren.

Nimmt man jedoch den Präsidentschaftszyklus hinzu und schaut sich auch das Nachwahljahr an, kommt man zu dem Schluss, dass in 2012 ein solches signifikantes Tief liegen könnte. Dies wäre nicht ungewöhnlich, da in fast der Hälfte des Dekadenzyklus das Tief in einem Jahr lag, das mit einer 2 endete.

Hier ergeben sich nun zwei Szenarien. Das Tief könnte sich in der Mitte des Jahres befinden, da auch hier eine hohe Signifikanz besteht. Auf Grund der aktuellen Schwierigkeiten im Euroraum ist es aber gut möglich, dass sich das anvisierte Tief noch etwas nach hinten verschiebt. Die beiden möglichen Szenarien sind im Chart (übertragen auf den DAX) eingezeichnet.

Beim Lesen des Charts sind einige wichtige Dinge zu beachten. Die o.a. Analyse beruht auf dem Dow Jones und damit auf den US-Märkten. Die europäischen Märkte und damit auch der DAX orientieren sich an den US-Börsen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen sollte man aber auch mit temporären Ausreißern rechnen. Desweiteren darf die eingezeichnete Kurve nicht als Punktprognose verstanden werden. Sie stellt lediglich einen Richtwert für die jeweilige Trendrichtung in einem bestimmten Zeitraum dar. Auch wird die Bewegung nicht linear verlaufen, sondern unter Schwankungen erfolgen. Zur groben Orientierung ist die Zyklusanalyse aber in jedem Fall geeignet, wie das vergangene Jahr gezeigt hat.

Selbstverständlich können veränderte Rahmendaten auch zu einer Revision der Prognose führen. Diese würde sich aber im Chartbild zeigen und von uns kommuniziert werden. Ein weiteres turbulentes Börsenjahr dürfte in jedem Fall bevorstehen, in dem ein Fundament für bessere Börsenzeiten gelegt werden sollte.

Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Chart



Impressum

Autor:  Christoph Geyer, CFTe, Certified Financial Technician
Herausgeber: ©2011; Commerzbank Aktiengesellschaft, Kaiserplatz, 60261 Frankfurt am Main. Diese Ausarbeitung oder Teile von ihr dürfen ohne Erlaub-nis der Commerzbank weder reproduziert, noch weitergegeben werden.

Quellen: IDMS und Reuters

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Autoren: 
Christoph Geyer