Ungeachtet der fundamentalen Rahmenbedingungen lautet die erste Börsenregel stets:
The trend is your friend.
Und in einem intakten Aufw ärtstrend sind Rücksetzer als auch neue Hochs als Kaufsignal anzunehmen. Denn letztlich weiß niemand, wie lange ein Trend anhält. So steigt der Goldpreis auch seit einem Tief bei ca. 255 Dollar Mitte 2001 und der Ausbildung eines Aufwärtstrends in den Jahren 2001 bis 2003 stetig an, ohne dass dieser langfristige Aufwärtstrend seitdem gefährdet wurde, verlassen zu werden.
Jeder Trend geht zu Ende
Doch ebenso sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass jeder Trend einmal zu Ende geht. Ein Trend ist allerdings erst dann definitiv zu Ende, sofern auch der zugrunde liegende Aufwärtstrend verlassen wird. Dies wäre beim Goldpreis in Dollar derzeit bei einem Fall unter ca. 750 Dollar der Fall. An diesem Niveau notiert gegenwÌrtig die seit 2001 verlaufende und nochmals Mitte 2005 bestÌtigte Aufwärtstrendlinie.
Im dargestellten Chart der Quartalskerzen der japanischen Candlestick- Methodik ist zudem ein zweiter Aufwärtstrend seit Mitte 2005 konstruierbar - der als Grundlage für einen Aufwärtstrendkanal fungiert.
Auch dieser Trendkanal ist intakt. Aus langfristiger Sicht ist daher mit steigenden Kursen zu rechnen und getreu der Trendanalyse stellt jedes neue Hoch ein Kaufsignal dar sowie jeder Rücksetzer eine Kaufgelegenheit auf niedrigerem Niveau.
Quartalskerze mit Docht
Die letzte Quartalskerze zeigt mit einem weiÞen Kerzenkörper eine positive Grundstimmung an. Auch unter diesem Aspekt ist weiterhin mit steigenden Kursen zu rechnen.
Der Höchstkurs des Dezember 2009 notiert bei 1 225 Dollar, der Schlusskurs bei 1097 Dollar. Der Strich zwischen Höchst- und Schlusskurs wird als Docht bezeichnet und weist auf Widerstände hin, die einen schnellen weiteren Anstieg im ersten Quartal 2010 jedoch unwahrscheinlich werden lassen. Zudem stellt die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals eine weitere Verkäuferzone dar, eine Widerstandszone. Hieran ist der Goldpreis im Dezember vorerst abgeprallt.
Damit ist aus Sicht der Quartalskerzen in Verbindung mit der Trendanalyse und den Rückkehrlinien des Aufwärtstrendkanals eher mit einer SeitwÌrtsbewegung in den nÌchsten zwei bis drei Monaten zwischen max. 1 200 bis 1000 Dollar zu rechnen.
Verbindung von Zeitebenen
Die technische Analyse gewinnt ihre Ansichten aber nicht nur aus der Betrachtung eines einzelnen Zeithorizonts. Sinnvoll ist stets die Verknüpfung der langfristigen mit den mittel- und kurzfristigeren Zeitebenen. Diese sind als Chart jedoch nicht abgebildet - daher an dieser Stelle nur eine kurze ErlÌuterung zu den Monats- und Wochenkerzen im Goldpreis.
Nachdem sich im November 2009 noch eine deutliche AufwÌrtsbewegung durchsetzen konnte, die schon Anzeichen der Euphorie in sich trug, zeigte der Dezember hingegen eine Ernüchterung an und es bildete sich ein Trendwendemuster, ein sogenannte Dark Cloud Cover.
In der vorliegenden Ausprägung stellt dieses Muster noch kein aussagekräftiges Trendwendesignal dar, hierfür ist die Abwärtsbewegung im Dezember noch zu verhalten. Wohl aber darf von einem krÌftigen Widerstandsniveau nach oben ausgegangen werden und ein schneller Anstieg über die 1 200er-Marke in den nÌchsten Wochen ist auch aus Sicht der Monatskerzen unwahrscheinlich.
Test der Höchststände
Weitere Gewinnmitnahmen und ein Test des alten Top aus dem Jahre 2008 bei 1027 Punkten ist dagegen einzuplanen. Aufgrund des intakten langfristigen Aufwärtstrends wäre hier eine Erholung anzunehmen. Auch die Wochenkerzen lassen keinen schnellen Anstieg über das letzte Jahreshoch annehmen. Der Goldpreis prallte an der Rückkehrlinie eines Aufwärtstrendkanals ab.
Zwar stabilisiert sich aktuell der Kurs an der 1100er-Marke und ein Anstieg über ca. 1142 Dollar sollte zu einer Erholung in Richtung 1 200 Dollar führen - aber ein weiterer Anstieg wäre in den nÌchsten Wochen nicht zu erwarten. Ein Fall unter ca. 1074 Dollar dagegen sollte zu einem Test der 1050 bis 1027 Dollar führen.
Nach den Kaufsignalen im August konnte sich der langfristige Aufwärtstrend wie favorisiert weiter fortsetzen, die Dynamik der AufwäÌrtsbewegung zeigte im November erste Euphorie im Markt an. Diese überkaufte Chartsituation baut sich nun ab und es ist davon auszugehen, dass sich in den nÌchsten Monaten eine volatile Seitwärtsbewegung zwischen ca. 1000 bis max. 1 200 Dollar einstellt.
Letztlich besteht aber die Aussicht auf weiterhin steigende Kurse bis Ende 2010 bis ca. 1 500 Dollar.
Kritisch hingegen wäre ein deutlicher Fall auch unter die 1000er-Marke in Verbindung mit einem Monatsschlusskurs unter ca. 987 Dollar. In diesem Fall wäre ein Test des seit 2005 laufenden AufwÌrtstrends zu erwarten. Vollends desaströs wäre ein Fall unter ca. 833 Dollar per Monatsschlusskurs mit einem dann zu erwartenden Test des langfristigen Aufwärtstrends. Favorisiert wird jedoch eine Seitwärtsbewegung zu Beginn des Jahres 2010 mit anschließend steigenden Kursen.
Ihr Stefan Salomon
Kontakt:
Stefan Salomon
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Anmerkung: Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen.