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S&P 500 und Dax: Wann kommt das Tief? – 21/24.1.2010 (Nachtrag vom 4.2)

Beitragsdatum: 
04. Feb 2010
Börsenzyklen sind ein wichtiges Instrument zur Beurteilung der Finanzmärkte. Sie eignen sich hervorragend als Ergänzung zu anderen Methoden der technischen Analyse, weil es hier möglich ist, das Datum zukünftiger Trendwenden schon für ein Jahr und länger vorauszubestimmen. Einziges Problem: Ob zum errechneten Zeitpunkt ein Hoch oder Tief fällig ist, läßt sich nur in ca 3 von 4 Fällen richtig voraussagen.
Typisches Beispiel: Wende 18 beim S&P sollte laut Jahresprognose 2009 am 28.12. kommen. Exakt an diesem Tag erreichte der S&P sein Jahreshoch. Somit war mit einer ca 75%igen Wahrscheinlichkeit von fallenden Kursen bis zur Nr. 1/2010 auszugehen. Zuerst sind die Kurse tatsächlich gefallen. Doch dann wurde Hoch 18 übertroffen. Damit stand Wende 1 als Hoch fest. Steigende Kurse also bis zum 14. Januar.
Wende 2 ist am 1. Februar fällig. Nicht unbedingt taggenau wie bei Nr. 18 und 1. Die Wenden 14, 16 und 17 wiesen beispielsweise eine Toleranz von 1 Handelstag gegenüber der Jahresprognose auf. Bei Wende 15 waren es 2 Handelstage und bei der Nr. 13 sogar 3 Handelstage. Also kann Wende 2 eventuell geringfügig vor oder nach dem 1.2. kommen. Stärkere Abweichungen dürfte es nicht geben, da auch Dax, Nikkei, Dow, Eurostoxx usw in enger zeitlicher Nähe zum Monatswechsel Januar/Februar eine zyklische Trendwende haben.
 
Chart

Jetzt gilt folgendes: Es ist von fallenden Kursen bis ungefähr 1. Februar auszugehen, solange der S&P nicht über 1150 steigt, weil dies der Indexstand an Hoch 1 gewesen ist. Wenn 1150 übertroffen werden, sollten Sie die Tage um den 1. Februar stattdessen als Hoch einplanen. Für den Dax gilt in dieser Hinsicht ein Indexstand von 6094. Laut Jahresprognose sollte Wende 1 am 11.1. kommen. Exakt an diesem Tag ereignete sich das Jahreshoch. Also auch hier fallende Kurse bis zur Monatswende. Vorausgesetzt der Dax bleibt unter 6094. Sonst gibt es stattdessen ein Hoch zum Monatswechsel Januar/Februar.
In diesem Zusammenhang noch eine Anmerkung zum letzten Artikel des Dax hier auf der VTAD Seite: Wie soeben beim S&P am Beispiel erläutert, wurde auch beim Dax das Hoch des Prognosetermins 28.12. (tatsächlicher Wendetermin 29.12.) übertroffen, womit die Nr. 1 automatisch als Hoch feststand. Für Sie als Leser war das ohne zusätzliche Erklärungen leider nicht klar erkennbar. Dafür möchte ich bei dieser Gelegenheit um Entschuldigung bitten. Doch zum Ausgleich haben sich alle anderen Märkte an die Vorgaben gehalten (Artikel über Gold, Bund Future und Euro/$).
Im Prinzip gibt es 3 Arten von Zyklen. Jene, die sich für die Errechnung teilweise taggenauer Trendwenden eignen, dafür jedoch nur eine ca 75%ige Trefferquote bringen hinsichtlich ihrer Zuordnung als Hoch oder Tief. Andere Zyklen werden von Tief zu Tief gezählt und wieder andere von Hoch zu Hoch. Die beiden letztgenannten Zyklengattungen weisen etwas höhere Zeittoleranzen auf, haben dafür aber den Vorteil, auf jeden Fall ein Hoch bzw Tief zu bringen.
Mit den beiden letztgenannten Zyklenarten wird zunächst das erwartete Ereignis zeitlich eingegrenzt. Danach geht es an die Feinabstimmung mit den sogenannten Wendezyklen.
Derzeit steuert der Dax wieder auf ein sogenanntes Mehrmonatstief zu. In das entsprechende Zeitfenster fallen nur die Wendepunkte 2 und 3 aus der Jahresprognose.
Ab wann ist der im März 2009 begonnene Aufwärtstrend des Dax zerstört? Nicht bei Unterschreiten irgendwelcher Trendlinien oder was auch immer als Anhaltspunkt dient. Auf zyklischer Basis gibt es nur einen einzigen ganz klaren Richtwert: Das Novembertief bei 5313. Dieses muß unbedingt verteidigt werden. Wenn das gelingt, besteht weiterhin die Aussicht, im neuen Zyklus das bisherige Jahreshoch von 6094,26 zu übertreffen.

Nachtrag vom 24.1.2010
Der Dax ist in den letzten Tagen sogar noch stärker gefallen als ursprünglich erwartet. Daraus ergibt sich zyklisch betrachtet sogar ein Vorteil. Wie Sie in den verschiedenen Beiträgen über zyklische Prognosen schon mehrfach gelesen haben, kommt es bei den teilweise bis zu 1 Jahr im voraus ermittelten Trendwendeterminen zu Zeittoleranzen. 0 – 2 Handelstage reichen dabei in der Mehrzahl der Fälle zwar aus. Dennoch treten zwischendurch auch Abweichungen von 3 – 5 Handelstagen auf. Warum dies so ist und weshalb das aktuelle Dax-Tief jetzt voraussichtlich sogar taggenau bestimmt werden kann, wird Ihnen die folgende Beschreibung verdeutlichen:

Chart
 
Wende 1 vom 11.1. ist ein taggenaues Hoch geworden. Da sich an den veröffentlichten Terminen in der Jahresprognose normalerweise Hoch und Tief regelmäßig abwechseln, soll die Nr. 2 ein Tief werden. Diese Erwartung wird erst dann widerlegt, wenn Hoch 1 übertroffen wird. Schön verdeutlicht an Hoch 20, das bald wieder übertroffen wurde. Also mußte die 1 ebenfalls ein Hoch werden.
Wie pünktlich ist Tief 2? Ganz einfach. Die Wendetermine im nächsten Unterzyklus lauten 25.1. - 1.2. - 5.2.. Auch hier sind geringe Toleranzen möglich. Weiterhin wechseln auch in dieser zyklischen Zeitebene Hoch und Tief regelmäßig ab. Da inzwischen feststeht, dass der 25.1. als Tief zu zählen ist (ob 22.1. oder 25.1. ist egal, Toleranz 0 bzw 1 Handelstag). Mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit bringt deshalb die Wende 1.2. ein Hoch und am 5.2. müssen Sie mit einem Tief rechnen. Nur wenn das aktuelle Tief nach einer Zwischenerholung nochmals unterboten wird, fällt der Dax bis zum 1. Februar. Doch die statistische Wahrscheinlichkeit favorisiert eindeutig ein Hoch um den 1.2. und damit ein Tief um den 5.2.

Auch wenn alles so einfach erscheint, gibt es dennoch geringe Unsicherheitsfaktoren: Kommt der tiefste Indexstand um den 25.1. oder 5.2. zustande? Das weiß man nicht. Deshalb eine ganz einfache Sicherheitsstrategie: Am 25.1. die Gewinne aus dem Verfall seit 11.1. mitnehmen. Wenn um den 1.2. ein Hoch kommt, die Position verbilligt zurückkaufen und um den 5.2. erneut zu Gewinnmitnahmen schreiten.
Sollte die weniger wahrscheinliche Variante eintreffen (25.1. und 1.2. Tief), dann gibt es nichts mehr, was nach unten zu handeln lohnt. Also kann auf steigende Kurse bis zum Hoch 3 spekuliert werden. Selbstverständlich mit einem Verlustbegrenzungsstop beim Indexstand von Tief 1, sobald dieses eindeutig feststeht.
 


Nachtrag vom 4.2.:
Liebe Leserinnen und Leser
Der starke Verfall beim Dax sollte Sie nicht voreilig zu Gewinnmitnahmen verleiten. Schon am 25.1. hatte ich darauf hingewiesen: der 5.2. ist das rechnerische Datum für das aktuelle Tief! Zwar kann es hier zu geringen zeitlichen Toleranzen kommen. Doch diesmal ist die Sache ganz besonders gut abgesichert. Eine mindestens 95%ige Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass dieses Tief heute noch nicht kommen kann, sondern erst am 5.2.. Der 4.2. als Tief ist in den ganz kurzfristigen Zyklen nahezu ausgeschlossen. Also in aller Ruhe auf den 5. Februar warten!
 


 
Wilfried Kölz, Börsenanalyst. Spezialisiert auf die Voraussage von zukünftigen Trendwendeterminen bei Aktienindizes, Währungen, Zinsen, Edelmetallen und Rohöl.
Kontakt: boersenzyklen@gmail.com

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