Beginnen wir mit den Zinsen: Sie werden weiter deutlich sinken und damit ist der Bund Future zum Steigen verurteilt.

Seit vielen Monaten geht es beim Bund Future innerhalb eines Trendkanals (grün) tendenziell aufwärts. Dessen untere Begrenzungslinie leitet sich dabei aus den letzten beiden zyklischen Mehrmonatstiefs ab (rote Pfeile). Das nächste Mehrmonatstief ist erst im 4. Quartal 2010 fällig! Auch bis zum kommenden Mehrmonatshoch vergeht noch reichlich Zeit. Grund genug für längerfristige Investoren, sich mit fallenden Zinsen, bzw. einem steigenden Bund Future vertraut zu machen.
Doch es kommen weitere positive Merkmale hinzu: In der Jahresprognose „Börsenzyklen 2010“ waren als Trendwendetermine im Mehrwochenbereich für Wende Nr. 4 der 25.02. und für die Nr. 5 der 12.03. aufgezählt. Hoch 4 hat sich um 1 Handelstag verspätet (= 26.02.). Tief 5 könnte rein theoretisch ein exakter Volltreffer gewesen sein. Aber 1 – 2 Handelstage Toleranz sollten sicherheitshalber einkalkuliert werden. Sie müssen schließlich bedenken, dass diese Trendwendetermine bereits im November 2009 veröffentlicht wurden. Außerdem würde es optisch besser passen, wenn der Bund nochmals die violette Unterstützungslinie in der Kursgrafik berührt. Am Montag bzw. Dienstag verläuft diese Linie bei rund 121,80. Wenn also der gesamte Freitagsgewinn zu Beginn der neuen Woche wieder verloren geht und der Bund unter 122 fällt, wird so mancher Anleger verzweifeln. Doch es gibt keinen Grund dazu: Tief 5 ist dann erreicht.
Vorläufiges Kursziel bis zum Hoch 6 sollte normalerweise die obere grüne Trendlinie sein. Diese verläuft bis dahin deutlich oberhalb von 124. Dennoch gehe ich von einem ganz klaren Ausbruch aus dem Trendkanal nach oben aus. Die violette Trendlinie könnte sich somit als Startrampe für die Kursrakete Bund Future erweisen.
Im Oktober 2008 gab es eine vergleichbare Situation. Plötzlich zog der Bund Future wie verrückt nach oben davon. Gleiches scheint uns ab ca. 15.03. bevorzustehen.
Welche Wirtschaftsnachrichten könnten diesen Anstieg des Bund Future auslösen? Oder anders gefragt: Welche Rückwirkungen hat dieser Steilanstieg auf die anderen Finanzmärkte?
Auch der Dax steht vor einer größeren Umkehr. Die zyklische Situation ist in dieser Beziehung völlig eindeutig:

Wende 4 aus der Jahresprognose „Börsenzyklen 2010“ sollte laut Ankündigung am 12.03. kommen. Bis jetzt würde das ja punktgenau mit dem aktuellen Hoch übereinstimmen. Doch auch hier müssen Sie 1 – 2 Handelstage Toleranz einplanen. Also könnte das Abschlußhoch auch noch am Montag oder allerspätestens am Dienstag kommen.
Kurszielberechnungen für das Abschlußhoch des Dax liegen mit geringer Toleranz im Bereich von etwa 6110 Punkten. Das (bisherige) Jahreshoch erreichte 6094 Punkte und lag damit im Toleranzbereich dieses Kurszieles. Doch inzwischen hat sich eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet, die Sie in der Grafik abgebildet sehen. Daraus leitet sich ein Kursziel von 6108 Punkten ab. Scheinbar wurde die ursprüngliche Kurszielberechnung mit dem Hoch vom 11. Januar (übrigens eine taggenaue Übereinstimmung mit Wende 1 aus der Jahresprognose) also noch nicht erreicht, sondern kommt erst jetzt!
Könnte es tatsächlich sein, dass der Dax bis Montag oder allerspätestens Dienstag über 6100 steigt? Falls ja, kombiniert sich das zyklische Hoch 4 mit dem berechneten Kursziel und zusätzlich noch mit dem Zielbereich aus der inversen SKS-Formation. Das Zusammentreffen von Preis und Zeit ist immer das Signal für eine wichtige Langfristwende.
Euro/US-$ sieht ebenfalls ganz nach einer Trendwende aus. Am Freitag ist er oben an die Begrenzungslinie des fallenden Trendkanals angestoßen. Zwar befindet sich dieses Währungspaar im Toleranzbereich von Hoch 4 aus der Jahresprognose. Auf Basis der Kurzfristzyklen lautet das exakte Datum 15.03. und über zwei Drittel aller Termine werden hier entweder Tag-genau erfüllt oder bringen es auf maximal 1 Handelstag Abweichung. Dies könnte zwar auf den Freitag zutreffen. Aber warten Sie lieber, bis der Euro am Montag aus dem Trendkanal nach oben ausbricht.
Dieser Ausbruch signalisiert eine vollzogene untere Trendwende. Aber er ist ein Fehlsignal! Diese Situation konnte ich schon häufig beobachten: Wenn irgend ein beliebiger Markt Widerstandszonen oder Trendlinien durchbricht, hat normalerweise eine Trendwende stattgefunden. Doch von dieser Regel gibt es eine einzige Ausnahme: Grundsätzlich handelt es sich immer dann um einen Fehlausbruch, wenn dieser exakt an einem zyklischen Trendwendetag erfolgt!
Ist ja auch logisch. Der 15.03. ist ein zyklischer Trendwendetermin. In letzter Zeit ist der Euro gestiegen, also muß er mit 1 Handelstag Toleranz zum 15.03. wieder nach unten drehen. Gerade solche Fehlausbrüche an zyklischen Trendwendeterminen ermöglichen einen äußerst lukrativen Handel in die Gegenrichtung, weil die Mehrzahl der Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt wird. Fehlausbrüche sorgen ja normalerweise für äußerst starke Kursbewegungen in die Gegenrichtung. Devisenhändler sollten deshalb immer auf das Datum von zyklischen Trendwenden achten.

Wenn der Euro zum Dollar fällt, geschieht mit dem Gold häufig das gleiche. Richtig, nur hat das Gold auf Dollarbasis sein Hoch 3 aus der Jahresprognose schon am 03.03. vollzogen und fällt seitdem auf Tief 4 zu. Innerhalb dieses Abwärtstrends kann es durchaus nochmals eine Reaktion nach oben geben, bei der allerdings das Hoch vom 03.03. nicht mehr übertroffen wird. Mittelfristig ist sowieso mit weiteren Kursrückgängen zu rechnen. Die Erwartung eines Rutsches unter die 1.000$ Marke steht immer noch aus. Die Feinunze Silber fällt auf 14,30$.
Rohöl befindet sich ebenfalls an einem wichtigen zyklischen Hoch. Voraussichtlich wird es in den kommenden Monaten einen Rückgang auf ca. 53$ pro Barrel bei der Sorte Brent geben.
Noch ein wichtiger Hinweis: Am 20. März findet in Frankfurt die VTAD Frühjahrskonferenz statt. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Bitte informieren Sie sich über den Programmablauf und was sonst noch alles geboten wird: vtad@info.de.
Auch für Nichtmitglieder ist diese Veranstaltung lohnend. Um Kosten zu sparen, kann jederzeit im Zuge der Anmeldung eine Mitgliedschaft eingegangen werden.
Bitte beachten Sie folgendes: Falls Sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Marktprognosen in diesem Artikel an der Börse spekulieren, handeln Sie auf eigene Verantwortung. Dies gilt sowohl für eventuelle Gewinne als auch für Verluste, die sich daraus ergeben können. In diesem Artikel geht es vor allem darum, aufzuzeigen wie sich die Märkte auf Grundlage von Technischer Analyse und den Börsenzyklen voraussichtlich in nächster Zeit entwickeln. Erst die Zukunft wird zeigen, ob diese Einschätzung richtig gewesen ist.
Wilfried Kölz, Börsenanalyst und Zyklenforscher. Spezialisiert auf die Voraussage von zukünftigen Trendwendeterminen bei Aktienindizes, Währungen, Zinsen, Edelmetallen und Rohöl.
Kontakt: boersenzyklen@gmail.com