Gratisdividende mit Covered Calls

Ein Covered Call ist eine beliebte Optionsstrategie für Investoren, um mit bestehenden Aktien im Depot einen zusätzlichen Cashflow zu erzielen.

Der Covered Call in der Theorie

Voraussetzung für den Handel eines Covered Calls ist der Besitz des Underlyings. Bei US-Aktien wären dies zum Beispiel 100 Aktien eines Basiswerts. Man verkauft nun eine Call-Option auf diese Aktie, die man selbst besitzt.

Der Verkäufer der Option (Stillhalter) ist nun in der Pflicht dem Käufer 100 Aktien zum Strike-Preis bei Ausübung zu liefern, unabhängig wo der Kurs bei Verfall steht. Hierfür erhält der Stillhalter die Optionsprämie. Würde nun der Aktienpreis explodieren muss der Verkäufer die Aktien zu dem Strike-Preis liefern. Die geschriebene Call-Option hat aber kein zusätzliches Risiko, da diese durch die Long-Position gedeckt ist und geliefert werden kann. Der Nachteil an einem Covered Call ist die Begrenzung der möglichen Gewinne nach oben. Bei einem Kursrückgang oder in einer Seitwärtsphase des Underlyings steht der Covered-Call-Verkäufer niemals schlechter als der reine Aktienbesitzer da.

Beispiel eines Covered Call

Im angenommenen Beispiel besitzen wir als Investor 100 Apple-Aktien. Zuletzt hat die Apple-Aktie leichte Schwäche gezeigt und als Investor gehen wir davon aus, dass der Kurs nun (auch über den statisch schlechten Sommer) seitwärts oder abwärts laufen kann. Da uns Apple als langfristiges Investment überzeugt, möchten wir die Aktien aber grundsätzlich behalten und nicht verkaufen.

Ein perfektes Szenario für einen Covered Call. Wir verkaufen nun eine 140er Call-Option mit Laufzeit August 2021 (85 Tage Restlaufzeit)

Covered Call auf Apple

Sollte der Kurs am Ende der Laufzeit unter dem Optionsstrike stehen, dann dürfen wir die Optionsprämie als vollständigen Gewinn verbuchen. Sollte der Kurs hingegen über $ 140 stehen, dürfen wir die Prämie ebenfalls behalten und unsere Aktien werden bei einem Preis von $ 140 aus dem Depot gebucht („gecallt“). Den zusätzliche Kursgewinn von ($ 140 – $ 125) = $ 15 * 100 Aktien = $ 1.500 dürfen wir dann aber ebenfalls behalten.

Der Nachteil eines Covered Calls ist die Begrenzung des möglichen Gewinns. Denn sollte die Apple-Aktie auf höhere Kurse laufen, ist der maximal mögliche Profit für uns ein Aktienkurs von $ 140.

Wann sollte man keinen Covered Call verkaufen?

Grundsätzlich kann man in jeder Marktphase Covered Calls verkaufen, denn ähnlich wie bei einem Cash Secured Put liegt das Risiko immer in der Aktie selbst und nie in der Optionsstrategie. Es gibt eine Ausnahme: Sollte der Aktienmarkt stark gefallen sein, wie beispielsweise in Folge des Corona-Crashs und unsere Börsenampel schwenkt auf das GO-Signal um, dann ist statistisch mit stark steigenden Kursen zu rechnen. Da uns in diesem Fall unsere Aktien unter Umständen in der Nähe eines Tiefpunktes im Aktienmarkt „weggecallt“ werden können, verzichten wir in so einer Phase auf Covered Calls und handeln lieber bullische Strategien wie einen Cash Secured Put.

Fazit – Covered Call

Ein Covered Call stellt eine gute Möglichkeit dar, in einem Investmentdepot zusätzlichen Cashflow mit Optionen zu erzielen. Betonen möchten wir noch einmal, dass man diese Strategie nur mit der entsprechenden Mindestanzahl an Aktien (ab 100) handeln darf, da man ansonsten das Risiko einer nackten Option eingeht. Es gibt noch weitere Details auf die man achten sollte, wie eine mögliche vorzeitige Andienung in Folge einer Dividendenausschüttung, ansonsten ist die Strategie sehr einfach umzusetzen.


Alexander Eichhorn
Alexander Eichhorn

Alexander Eichhorn ist hauptberuflicher Händler und Investor. Er ist Gründer der Optionsseite Eichhorn Coaching und der Investorenplattform Inside Markets. Seine Ausbildungstätigkeiten haben den Schwerpunkt auf der optimalen Betreuung von Kunden mit großen Konten. Außerdem zeigt er Optionshändlern durch zahlreiche Blogartikel den schnellen Einstieg in den profitablen Optionshandel und veröffentlicht regelmäßig Analysen und Tipps auf dem Eichhorn Coaching YouTube-Kanal.

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