Referent : Kersten Wöhrle
Der Reiz von Finanzmarkt-Zyklusmodellen liegt in der Hoffnung, Ordnung, Vorhersehbarkeit und Struktur
in die scheinbar chaotischen Bewegungen von Börsenkursen und Wirtschaft zu bringen. Besonders beliebt
ist dabei die Orientierung an Hand von saisonalen Mustern, wie zum Beispiel dem Wahlzyklus, dem
Dekaden-Durchschnittsverlauf, usw. Als erste Einordnung ist der unterstellte Musterverlauf durchaus
hilfreich. Leider folgt der Markt nicht zwangsläufig dem statistischen Durchschnitts-Muster und kann im
ungünstigsten Fall sogar eine völlig andere Richtung einschlagen. Ein noch relativ unbesetzter Ansatz ist die
Anwendung von Zyklen die den verhaltensökonomischen Aspekt (Behavioral Economics) berücksichtigen.
Dahinter verbergen sich unbewusste Ur-Muster (Archetypen), die tief in uns allen verwurzelt sind und damit
Einfluss auf die Preis- und Blasenbildungen sowie Panikverläufe an den Finanzmärkten nehmen.
Kersten Wöhrle (MFTA), Jahrgang 1954, war bis zu seinem Ruhestand als Produktmanager bei Roche Diagnostics in Mannheim tätig. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Suche und Analyse von zyklischen Mustern in der Natur und den Finanzmarktanalysen. Seit 2015 ist er Mitglied in der VTAD. Im Jahr 2019 erhielt er den „JOHN BROOKS MEMORIAL AWARD“ für die beste IFTA Master-Arbeit zum Zertifizierungsgrad „MFTA“.
