Die Psychologie hinter dem Chart

Tech­ni­sche Ana­ly­se sagt die Zukunft nicht vor­aus – sie macht sicht­bar, wie sich Erwar­tun­gen, Ent­schei­dun­gen und das Ver­hal­ten der Markt­teil­neh­mer im Kurs wider­spie­geln. Trends, Unter­stüt­zun­gen, Wider­stän­de oder Aus­brü­che ent­ste­hen nicht durch Lini­en im Chart, son­dern durch kol­lek­ti­ve Ent­schei­dun­gen, Posi­tio­nie­run­gen und Erwar­tun­gen. Bereits Gust­ave Le Bon beschrieb, wie sich mensch­li­ches Ver­hal­ten in der Mas­se ver­än­dert; an den Finanz­märk­ten begeg­nen uns die­se Mecha­nis­men heu­te in Form von Her­den­trieb, FOMO, Infor­ma­ti­ons­kas­ka­den, Eupho­rie und Panik.

Roland Ull­rich zeigt, wie sich die­se Mas­sen­psy­cho­lo­gie in Preis und Volu­men wider­spie­gelt und war­um Tech­ni­sche Ana­ly­se auch als Ana­ly­se kol­lek­ti­ven Markt­ver­hal­tens ver­stan­den wer­den kann. Dabei geht es nicht dar­um, Kur­se vor­her­zu­sa­gen, son­dern dar­um, Erwar­tun­gen, Ent­schei­dungs­zo­nen und mög­li­che Reak­tio­nen der Markt­teil­neh­mer bes­ser ein­zu­ord­nen und dar­aus pro­ba­bi­lis­ti­sche Han­dels­sze­na­ri­en abzuleiten.

Doch der Trader steht nicht außer­halb die­ses Sys­tems. Er ana­ly­siert die Mas­se und ist gleich­zei­tig selbst Teil von ihr. Sobald eige­nes Geld, Risi­ko und Unsi­cher­heit ins Spiel kom­men, beein­flus­sen Angst, Gier, Ver­lust­aver­si­on, Ego und das Bedürf­nis nach Kon­trol­le auch sei­ne eige­ne Wahr­neh­mung und Umsetzung.

Der pro­fes­sio­nel­le Trader muss des­halb zwei Din­ge lesen kön­nen: den Markt – und sich selbst.

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